Kinder zum Malen motivieren – kleine Tipps, die im Alltag wirklich funktionieren

Kinder Malen

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Als Malbuchersteller beschäftigt mich eine Frage immer wieder:

Was macht ein Malbuch eigentlich für ein kleines Kind interessant? Wie kann man Kinder zum Malen motivieren?

Denn ein schönes Malbuch allein bedeutet noch lange nicht, dass ein zweijähriges, dreijähriges oder vierjähriges Kind sofort begeistert zum Stift greift.

Manchmal wird eine Seite kurz angeschaut, ein paar Striche werden gemalt – und schon ist das Kind wieder verschwunden.

Für Eltern kann das zunächst enttäuschend sein. Gerade wenn man sich Mühe gegeben und ein schönes Malbuch ausgesucht hat.

Aber genau hier lohnt es sich, die Sache einmal aus der Sicht des Kindes zu betrachten.


Kinder malen anders als Erwachsene

Ein kleines Kind möchte normalerweise kein perfektes Bild herstellen.

Es denkt nicht:

„Jetzt muss ich diesen Bereich ordentlich ausmalen und darf nicht über die Linie malen.“

Es entdeckt.

Es probiert Farben aus.

Es macht Linien und Punkte.

Es entscheidet plötzlich, dass ein Elefant blau sein soll.

Und manchmal wird aus einem einfachen Kreis ein Gesicht, ein Ball oder vielleicht sogar ein ganzes Haus.

Das ist kein falsches Malen. Das ist kindliches Entdecken.

Deshalb finde ich es wichtig, dass Eltern beim Malen nicht zu viel erwarten.


Der beste Anfang: Einfach selbst anfangen

Eine Erfahrung, die ich besonders interessant finde: Kinder schauen sich sehr viel von Erwachsenen ab.

Manchmal hilft deshalb eine ganz einfache Sache.

Setzen Sie sich mit Ihrem Kind an den Tisch und beginnen Sie selbst zu malen.

Nicht:

„Komm, du musst jetzt malen.“

Sondern einfach:

„Ich male gerade den Baum.“

Vielleicht kommt Ihr Kind nach kurzer Zeit von selbst dazu.

„Was machst du?“

„Ich male den Baum. Welche Farbe soll deiner bekommen?“

Und schon kann es losgehen.


Machen Sie aus dem Malen keine Prüfung

„Welche Farbe hat ein Baum?“

„Warum malst du den Hund blau?“

„Du bist über die Linie gekommen.“

Solche Sätze sind wahrscheinlich gut gemeint. Sie können aber dazu führen, dass ein Kind das Gefühl bekommt, es könne etwas falsch machen.

Dabei darf ein Kinderbild genau das sein:

ein Kinderbild.

Wenn ein kleiner Künstler einen roten Himmel malen möchte, dann darf der Himmel rot sein.

Wenn der Hund drei verschiedene Farben bekommt, ist das ebenfalls völlig in Ordnung.

Vielleicht ist es sogar gerade diese Freiheit, die das Kind beim nächsten Mal wieder zum Malbuch greifen lässt.

Kinder zum Malen motivieren

Kleine Entscheidungen machen Kindern Spaß

Gerade bei jüngeren Kindern können kleine Fragen sehr gut funktionieren.

„Welche Farbe bekommt der Ball?“

„Rot oder gelb?“

„Möchtest du zuerst den Hund oder das Haus malen?“

Das sind keine großen Aufgaben. Aber das Kind darf selbst entscheiden.

Und genau dieses Gefühl ist wichtig:

„Das ist mein Bild.“


Probieren Sie es einmal mit einer Geschichte

Das ist einer meiner liebsten Wege, ein Malbuch gemeinsam mit einem Kind zu entdecken.

Stellen wir uns vor, auf der Seite ist ein kleiner Dachs zu sehen.

Man könnte einfach sagen:

„Male den Dachs aus.“

Oder man beginnt eine kleine Geschichte:

„Der kleine Dachs ist heute früh aufgestanden. Er möchte in den Wald gehen. Aber bevor er losgeht, braucht er noch seinen Rucksack.“

„Welche Farbe soll der Rucksack bekommen?“

Vielleicht entscheidet sich das Kind für Rot.

Dann geht die Geschichte weiter:

„Jetzt läuft der kleine Dachs in den Wald. Was glaubst du, wen trifft er dort?“

Plötzlich ist das Kind nicht mehr nur damit beschäftigt, Flächen auszumalen.

Es denkt sich etwas aus.

Vielleicht kommt ein Fuchs dazu.

Vielleicht findet der Dachs einen Schatz.

Vielleicht regnet es plötzlich.

Das Malbild wird zu einer kleinen Geschichte.



Über die Linien malen? Kein Problem!

Gerade bei kleinen Kindern sollten Eltern beim Ausmalen nicht zu streng sein.

Die Fähigkeit, einen Stift kontrolliert zu führen, entwickelt sich Schritt für Schritt.

Ein Kind muss erst lernen, die Bewegung der Hand mit dem zu verbinden, was es auf dem Papier sieht.

Da geht natürlich auch einmal etwas über die Linie.

Das gehört dazu.

Anstatt sofort zu verbessern, kann man einfach sagen:

„Du hast aber kräftig gemalt.“

Oder:

„Das ist eine schöne Farbe.“

Oder man lässt das Kind einfach weitermachen.

Mit der Zeit wird die Genauigkeit ganz von selbst besser.


Kritzeln gehört zum Malen dazu

Manchmal schauen Erwachsene auf die ersten Kritzeleien und denken:

„Da kann man ja noch gar nichts erkennen.“

Aber genau diese Phase ist wichtig.

Das Kind entdeckt, dass seine Hand auf dem Papier Spuren hinterlässt.

Es macht einen Strich.

Dann noch einen.

Vielleicht einen Kreis.

Vielleicht ganz viele Punkte.

Das ist für ein kleines Kind eine spannende Erfahrung.

Deshalb darf neben dem Malbuch ruhig auch ein Stapel normales Papier liegen.

Nicht jedes Blatt muss ein fertiges Bild werden.


Lieber zehn Minuten Freude als dreißig Minuten Druck

Das ist vielleicht einer der wichtigsten Tipps für Eltern.

Wenn Ihr Kind nach zehn Minuten keine Lust mehr hat, muss das Malen nicht künstlich verlängert werden.

„Jetzt mach wenigstens noch das Bild fertig.“

Das ist meistens nicht nötig.

Vielleicht reicht heute die Sonne.

Morgen wird vielleicht der Baum ausgemalt.

Und übermorgen möchte das Kind plötzlich das ganze Bild machen.

Malen sollte sich nicht wie eine Pflicht anfühlen.


Auch das Material spielt eine Rolle

Bei kleinen Kindern sind einfache und gut greifbare Malutensilien hilfreich.

Je nach Alter können beispielsweise dickere Buntstifte oder Wachsmalstifte angenehmer sein als sehr dünne Stifte.

Auch die Motive im Malbuch sollten zum Alter passen.

Für jüngere Kinder sind große, gut erkennbare Motive mit klaren Linien oft angenehmer als sehr kleine und komplizierte Zeichnungen.

Genau auf solche Dinge achten wir auch bei der Gestaltung unserer Malbücher.

Denn ein Malbuch für ein dreijähriges Kind sollte nicht einfach eine verkleinerte Version eines Malbuchs für Erwachsene sein.

Kinder brauchen Bilder, die zu ihrer Welt passen.


Und wenn das Kind überhaupt nicht malen möchte?

Dann ist das auch okay.

Vielleicht ist gerade nicht der richtige Zeitpunkt.

Vielleicht möchte das Kind lieber Lego bauen, draußen spielen oder ein Buch anschauen.

Das Malbuch kann einfach liegen bleiben.

Manchmal kommt die Motivation ganz von alleine.

Und vielleicht passiert genau das, womit man gar nicht gerechnet hat:

Das Kind nimmt das Malbuch am nächsten Morgen selbst in die Hand und sagt:

„Heute möchte ich malen.“

Dann ist es soweit.


Das Wichtigste ist nicht das fertige Bild

Als Malbuchersteller freue ich mich natürlich, wenn ein Kind ein ganzes Bild ausmalt.

Aber noch schöner finde ich den Gedanken, dass ein Malbuch einem Kind einen kleinen Raum für Fantasie gibt.

Ein paar Stifte.

Ein Blatt Papier.

Eine einfache Zeichnung.

Und plötzlich entsteht daraus eine eigene Geschichte.

Deshalb müssen Eltern beim Malen nicht daneben sitzen und darauf achten, ob alles perfekt aussieht.

Setzen Sie sich einfach dazu. Malen Sie mit. Fragen Sie nach. Hören Sie zu.

Vielleicht erfahren Sie dabei Dinge über die Fantasie Ihres Kindes, die Sie vorher noch gar nicht kannten.

Und am Ende ist vielleicht gar nicht das fertige Bild das Wichtigste.

Sondern die zehn oder fünfzehn Minuten, in denen Ihr Kind neben Ihnen saß und ihr gemeinsam etwas gemacht habt.

Denn genau dafür sollten Malbücher da sein: zum Malen, zum Entdecken und vor allem zum gemeinsamen Freude haben.

Du möchtest wissen, wie du ein Malbild besonders schön gestalten kannst? Hier findest du 10 praktische Tipps zum Ausmalen.

Elian